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Depression

Jeder Mensch kennt sie, die Lebensmüdigkeit, die uns alle ab und an befällt. Ich denke jeder Mensch spielt einmal mit dem Gedanken sich umzubringen, viele verfolgen sogar konkrete Pläne, falls es nötig sei, es einfach zu beenden. Doch nur wenige kennen das Gefühl welches reine Schwärze ist, Dunkelheit gegen die alle Schmerzen und alle Schrecken des Todes unbedeutend sind. Es ist als würde ich hilflos und klein am Boden eines langen Schachtes sitzen um mich her Wände, die immer näher rücken, mich von allen Seiten bedrängen. Und es ist als würde ein zentnerschweres Monster auf meiner Brust sitzen, welches mir die Luft zum Atmen nimmt und mich niederdrückt, so dass ich nicht in der Lage bin mich zu bewegen geschweige denn einen klaren Gedanken zu fassen. Dieses Gefühl nennt sich Depression. Als sie mich das erste Mal überfiel, ich erinnere mich kaum noch, da wusste ich nicht dieses Gefühl einzuordnen. Wenn es jetzt kommt weiß ich damit umzugehen, ich verkrieche mich und kämpfe mit all meiner Kraft gegen dieses vollkommen überzeugende Gefühl an, dass mein Leben keinen Sinn mehr macht und dass ich mich besser umbringen sollte. Ja ich bin einer dieser Menschen, der sich ständig mit Selbstmord beschäftigt! Und ich bin auch einer der Menschen, der es mehr als einmal versucht hat. Den größten Teil meiner Wochen sind diese Gedanken da und ich kann mich nur damit beschäftigen ihnen nicht nachzugeben, doch dann gibt es da noch meine hypomanen Phasen. Ja meine Krankheit nennt sich bipolare affektive Störung, früher hat man auch manisch-depressive Erkrankung gesagt, aber soweit ich weiß ist dieser Name nicht mehr geläufig. Wenn ich manisch bin, oder eher hypoman, so nennt man die Vorstufe einer Manie, dann bin ich ausgelassen, wie trunken vor Glück, das klingt nicht schlecht und ist für mich auch nicht weiter problematisch. Ich mag diese Zustände, aber für mein Umfeld sind sie in den meisten Fälle nur unter Mühen zu ertragen. Ich bin in solchen Phasen nicht zu bremsen und verliere jede Bodenhaftung. Ich halte mich dann für die wichtigste Person der Welt, zu großem berufen und zu allem fähig. Und nach diesen Phasen erfolgt natürlich, wie nie zu vermeiden ist, der Sturz ins dunkle. Und man sagt nicht umsonst, dass man ja höher man fliegt auch umso tiefer fallen kann. Und ich bin tief gefallen, viele Male, wieder und wieder und habe in der Hölle gebrannt. Das klingt alles so dramatisch und aufgebauscht aber diese Gefühle lassen sich nun einmal am besten mit Metaphern erklären. Eine Depression ist wie eisige Kälte und Leblosigkeit in einem und dann ist da das Feuer, es brennt aber es ist kalt. Es ist so schwer zu verstehen und so schwer niederzuschreiben.
14.10.14 11:28
 


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